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Pedelec-Kauf: Radeln mit eingebautem Rückenwind

ältere Frau auf einem Pedelec (Elektro-Fahrrad)
Foto: www.hercules-bikes.de | pd-f

Seit einigen Jahren gibt es einen neuen Trend auf dem Zweiradmarkt: Das Elektrofahrrad. Es gibt verschiedene Formen von Fahrrädern mit Motorunterstützung. Bei Pedelecs (Abkürzung für PEDalELEtricCycle – etwa: pedalelektrisches Fahrrad) unterstützt Sie der eingebaute Elektromotor  nach Bedarf bis maximal 25 km/h beim Treten. So können Sie auch Steigungen, lange Strecken und Gegenwind gut bewältigen. Pedelecs gelten als Fahrrad, benötigen kein Versicherungskennzeichen und keine spezielle Fahrerlaubnis.

Neben Pedelecs gibt es noch weitere Elektro-Räder, die rechtlich jedoch keine Fahrräder sind, sondern als Kraftfahrzeug gelten: sogenannte S-Pedelecs, die vom Motor bis maximal 45 km/h unterstützt werden. Zum Fahren braucht man daher mindestens einen Mofaführerschein und ein Versicherungskennzeichen. Es besteht Helmpflicht. Zudem dürfen diese Räder nicht auf Radwegen fahren.

Im Folgenden werden nur Pedelecs behandelt.

Rahmenform und Federung: Hier gelten in der Regel die gleichen Anforderungen, wie für herkömmliche Fahrräder.

Antrieb: Der Elektromotor kann an drei verschiedenen Stellen des Pedelecs positioniert sein – an der Vorderradnabe (Frontmotor), am Tretlager (Mittelmotor) oder an der Hinterradnabe (Heckmotor). Der Heckantrieb unterstützt meist kräftig, kaum verzögert und an das eigene Fahrverhalten angepasst. Frontmotoren reagieren hingegen oft verzögert und unterstützen teils sehr stark, egal wie fest Sie in die Pedale treten. Beim Mittelmotor gibt es quasi keine Verzögerung beim Treten. Die Lage des Motors bestimmt, ob das Pedelec mit Naben- oder Kettenschaltung bzw. mit Rücktritt ausgestattet werden kann.

Bedürfnisgerecht: Wer eine Rücktrittbremse gewohnt ist und sie nicht missen möchte, benötigt ein Pedelec mit Mittel- oder Frontantrieb. Gleiches gilt, wenn Sie eine wartungsarme Nabenschaltung bevorzugen. Sportlichere  Fahrer, die mit einer Kettenschaltung gut zurechtkommen und keinen Rücktritt benötigen, können hingegen auch zum Pedelec mit Heckmotor greifen.

Anfahrhilfe: Manche Pedelecs sind damit ausgestattet und können dadurch bis zum Erreichen von 6 km/h allein mit Motorkraft fahren. Besonders beim Losfahren an Ampeln oder am Berg ist dies eine zusätzliche Erleichterung.

Akkus: Die Reichweite der Akkus ist vor allem abhängig  davon, welche Strecke gefahren wird (bergig oder Flachland), wie stark der Unterstützungsgrad des Elektroantriebs eingestellt ist und welche Umgebungstemperatur herrscht (Wintertemperaturen senken die Akkuleistung deutlich). Sie liegt je nach Nutzung und Kapazität des Akkus zwischen 20 und 100 Kilometer. Danach müssen die Akkus wieder aufgeladen werden. Sie können einfach vom Pedelec getrennt und an jeder normalen Steckdose geladen werden. Dies dauert, abhängig vom Modell und Ladungszustand, zwei bis neun Stunden. Die meisten Hersteller garantieren für ihre Akkus eine Mindestzahl von 500 Ladezyklen. Bei einer Reichweite von 40 Kilometern können Sie mit dem Akku 20.000 Kilometer weit fahren, bevor er ausgetauscht werden muss. Ein neuer Akku schlägt mit etwa 500 Euro zu Buche.

Gewicht: Pedelecs sind schwerer als normale Fahrräder. Wenn Sie das Pedelec im Alltag einige Stufen hinauf- oder hinuntertragen müssen, testen Sie im Fahrradgeschäft unbedingt, ob es nicht zu schwer oder unhandlich für Sie ist. Machen Sie auch eine Probefahrt, ohne den Motor einzuschalten, um zu sehen, ob Sie das Pedelec gegebenenfalls auch mit leerem Akku fahren können.

Kosten: Im Fachhandel kostet ein Pedelec in der Regel zwischen 1.500 und 3.000 Euro, je nach Ausstattung und technischen Eigenschaften. In Discountern oder Baumärkten gibt es gelegentlich Angebote für sehr einfache E-Räder, die deutlich weniger kosten (teilweise unter 700 Euro). Es ist für Laien aber teilweise schwierig, ein »Schnäppchen« von schlechten Produkten zu unterscheiden. Die Kosten für das Aufladen des Akkus betragen rund 20 Cent pro 100 Kilometer. Damit sind die Energiekosten für das Pedelec fast 60-mal geringer als für das Auto.

Pedelec-Dreirad: Bei Problemen mit dem Gleichgewicht empfiehlt sich ein Dreirad. Viele moderne Sessel- oder Liegedreiräder gibt es auch mit Elektrounterstützung. Sie sind bequem und lassen sich auch bei höheren Geschwindigkeiten gut fahren.

Kopfschutz: Aufgrund der höheren Geschwindigkeiten im Vergleich zum herkömmlichen Fahrrad sollte ein Fahrradhelm getragen werden. Wichtig ist, dass der Helm gut sitzt und sich einfach auf Ihre Kopfgröße einstellen lässt. Probieren Sie daher im Laden in aller Ruhe mehrere Modelle auf. Er sollte sich gut handhaben lassen - und Ihnen gefallen, damit Sie ihn gern tragen.

Wichtig: Nehmen Sie sich für den Kauf eines Pedelecs ausreichend Zeit. Lassen Sie sich im Fachhandel gut beraten und machen Sie auf jeden Fall eine ausgedehnte Probefahrt! Testen Sie die verschiedenen Antriebsformen, um ein Gespür für sie zu bekommen und den Antrieb zu wählen, mit dem Sie am besten zurechtkommen. Achten Sie drauf, dass Ihr Pedelec verkehrssicher ist.

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