Klima verträglich mobil 60+

Nahverkehr – gut in der Region unterwegs

Großeltern mit Enkelin im Bus
Foto: vzbv / Markus Gloger

Zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gehören vor allem Busse, Stadt- und Straßenbahnen. Durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel tragen Sie dazu bei, Klima und Umwelt zu schonen und die Straßen vom Autoverkehr zu entlasten.
 
Entspannung: Im Bus oder in der Bahn müssen Sie sich nicht auf den Straßenverkehr konzentrieren. Stattdessen haben Sie Zeit, in Ihrer Tageszeitung oder dem spannenden Krimi zu lesen, einen Schwatz mit Ihrer Nachbarin zu halten oder entspannt aus dem Fenster heraus Land und Leute zu betrachten.
 
Reiseplanung: Auch wenn Sie nur innerhalb Ihrer Stadt unterwegs sind oder in den nächsten Ort fahren wollen, sollten Sie sich rechtzeitig über die Route und Fahrzeit kundig machen. Denn es kann immer passieren, dass Sie zum Beispiel durch Baustellen oder technische Defekte Umwege in Kauf nehmen müssen. Wenn Sie auf eine Gehhilfe angewiesen sind, ist es für Sie besonders wichtig, dass Haltestellen und Fahrzeuge barrierearm sind, dass es Rampen gibt bzw. Fahrstuhl oder Rolltreppe funktionieren. Auch hierzu bieten Verkehrsunternehmen in der Regel Informationen an. Informieren können Sie sich über die Fahrplanauskunft Ihres Verkehrsverbundes im Internet oder über Ihr Smartphone, anhand der Fahr- und Linienpläne, die in der Regel an den Haltestellen aushängen, oder persönlich per Telefon oder am Schalter im Bahnhof.
 
Fahrkartenkauf: Kaufen Sie Ihr Ticket vor Antritt der Fahrt. Fahrkarten können Sie am Schalter des jeweiligen regionalen Verkehrsverbundes, am Automaten, beim Busfahrer und häufig auch in Zeitungskiosken in Bahnhofsnähe kaufen. Automaten befinden sich in der Regel an der Haltestelle beziehungsweise auf dem Bahnsteig, im Bahnhof selbst oder im Fahrzeug (oft in Straßenbahnen). Erkundigen Sie sich am besten rechtzeitig vor Abfahrt des Busses oder der Bahn bei anderen Fahrgästen, ob sich ein Automat im Fahrzeug befindet oder Sie die Fahrkarte beim Busfahrer kaufen können.
 
Fahrkartentarife: Häufig sind Landkreise oder kreisfreie Städte zu einem Verkehrsverbund zusammengeschlossen und bieten öffentliche Verkehrsleistungen innerhalb eines bestimmten Gebietes an. Die Geltungsbereiche und Kosten für Fahrscheine sind von einem Verkehrsverbund zum anderen zumeist sehr unterschiedlich. Lassen Sie sich daher persönlich am Schalter Ihres Verkehrsunternehmens oder telefonisch beraten. In der Regel haben Verkehrsbetriebe eine Service-Telefonnummer.
 
Zeitkarten: Zeitkarten sind Fahrscheine, die für einen längeren Zeitraum  für alle öffentlichen Verkehrsmittel (Bus, S-, U-, Straßen- und Regionalbahn) in einem bestimmten Bereich (zum Beispiel einer Stadt oder einem Verkehrsverbund) gelten. Viele Verkehrsunternehmen haben für ältere Fahrgäste günstige Zeitkarten im Angebot. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg bietet zum Beispiel das »VBB-Abo 65plus« an. Bei anderen Verkehrsunternehmen gibt es vergünstigte Tickets schon ab 60 Jahre. Bitte beachten Sie, dass »Senioren-Tickets« meist nur als Abo erhältlich sind. Das heißt, dass sich der Bezug des Tickets nach Ablauf von zwölf Monaten in der Regel automatisch um ein weiteres Jahr verlängert. Oft gelten die Fahrscheine erst ab einer bestimmten Uhrzeit, zum Beispiel erst ab 9 Uhr – achten Sie darauf.
 
Mietertickets: Einige Wohnungsunternehmen bieten ihren Mietern spezielle vergünstigte Angebote für Fahrscheine. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Mietertickets: Meistens wird ein Rabatt nur auf ein reguläres Jahresabo der örtlichen Verkehrsbetriebe gegeben. Diese Variante lohnt sich für Sie zumeist nur, wenn Sie normalerweise keinen Anspruch auf ermäßigte Fahrkarten haben. Manchmal bezieht sich der Rabatt aber auch auf alle Jahresabos, so zum Beispiel auch auf bereits vergleichsweise kostengünstige Tickets für ältere Kundinnen und Kunden. Erkundigen Sie sich, ob Ihr Wohnungsunternehmen Mietertickets anbietet. Auch Mietervereine können Vereinbarungen mit Verkehrsverbünden treffen und Mietertickets für ihre Mitglieder aushandeln. Fragen Sie nach und vergleichen Sie, welches Angebot für Sie am günstigsten ist.
 
stressfrei unterwegs: Meiden Sie möglichst den Berufsverkehr in den Morgen- und Abendstunden. Am späten Vormittag oder am Nachmittag sind Busse und Bahnen deutlich leerer und Sie finden meistens schnell einen Sitzplatz.
 
Ärgernisse ansprechen: Ärgern Sie sich über verschmutzte Bänke oder eingeschlagene Scheiben an der Straßenbahn-Haltestelle? Ist der Eingang zur U-Bahn schlecht beleuchtet oder der Weg zur nächstgelegenen Busstation zu weit? Oder ist der Zugang zur Haltestelle nicht barrierefrei? Machen Sie Ihr Verkehrsunternehmen darauf aufmerksam. Schreiben Sie einen Brief, eine E-Mail oder rufen Sie an. Bleiben Sie hartnäckig, wenn sich nichts ändert. Und: Suchen Sie sich Verbündete bei Senioren- oder Mietervertretungen.
 
Begleitservice: Brauchen Sie Unterstützung bei der Fahrt mit Bus und Bahn? Einige Verkehrsverbünde bieten einen kostenlosen Begleitservice an. Fahrgastbegleiter holen Sie an Ihrer Wohnungstür ab, helfen beim Fahrkartenkauf, beim Ein-, Aus- und Umsteigen und bringen Sie sicher an Ihr Ziel. Oft richten sich diese Angebote auch an Menschen, die lange nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren oder aus einem anderen Ort zugezogen sind und daher etwas »Starthilfe« benötigen.
 
kostenlos im Nahverkehr unterwegs: Wer im Besitz eines Schwerbehindertenausweises mit den Merkzeichen G (gehbehindert), aG (außergewöhnlich gehbehindert), GL (gehörlos) oder Bl (blind) ist, kann beim Versorgungsamt ein sogenanntes Beiblatt mit entsprechender Wertmarke beantragen (36 Euro für ein halbes Jahr oder 72 Euro für ein ganzes Jahr). Zusammen mit dem Schwerbehindertenausweis berechtigt es dazu, bundesweit den Nahverkehr  in der 2. Klasse kostenfrei zu nutzen. Das gilt für Regionalbahnen (RB und RE), Interregio-Express (IRE), Straßenbahnen, U-, S-, Hoch- und Schwebebahnen sowie nichtbundeseigene Privatbahnen, für Linienbusse, Schul-, Berufs-, Markt- und Theaterbusse, Übersetzfähren sowie für Sammeltaxis, wenn die Beförderungsbedingungen einen Ausstieg außerhalb der Haltestellen nicht gestatten oder dies erst außerhalb einer Ortschaft gestattet ist (in dem Fall Freifahrt nur bis zur letzten Ortshaltestelle).
 
Mobilitätspaten: Langjährige Nutzerinnen und Nutzer von Bus und Bahn stellen ihr Wissen ehrenamtlich denjenigen zur Verfügung, die noch keine Routine bei der Nutzung dieser Verkehrsmittel haben. Sie informieren ihre »Patenkinder« über alle Tipps und Tricks zu Fahrplänen, Routen und Fahrkartenkauf und begleiten sie oftmals am Anfang auf ihren Wegen im öffentlichen Verkehr. Fragen Sie bei Ihrem Verkehrsunternehmen nach, ob es bei Ihnen im Ort Mobilitätspaten gibt.
 
Tipp: Für Menschen, die Probleme beim Umgang mit Fahrkartenautomaten haben, bieten viele Verkehrsunternehmen kostenlose Schulungen an. Erkundigen Sie sich oder fragen Sie die VCD-Regionalkoordinatoren.

Link-Tipp:
Wheelmap.org bietet Stadtpläne für viele Orte weltweit, auf denen verzeichnet ist, wie barrierefrei zum Beispiel Haltestellen und ihre Zugänge sind (Kategorie »Verkehr« auswählen)

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