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Fahrradkauf: Das richtige Fahrrad finden – zweckmäßig und komfortabel

Fahrrad-Silhouette
Foto: Martina Friedl / pixelio.de

Die Geschmäcker sind verschieden. Auch die Anforderungen, die man an ein Fahrrad stellt, sind von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich. Das ist völlig unabhängig vom Alter. Das Fahrrad sollte zu Ihnen passen und Ihnen den Komfort bieten, den Sie wünschen. Seien Sie neugierig und probieren ruhig ganz unterschiedliche Modelle aus.

Passend:

Rahmenform: Beim Diamant-Rahmen, dem klassischen »Herrenrad«, müssen Sie beim Auf- und Absteigen das Bein über den Sattel heben. Schwanenhalsrahmen (das klassische „Damenrad“) bieten hingegen ein bequemeres Aufsteigen. Noch einfacher aufs Rad kommen Sie mit einem Wave-Rahmen mit besonders tiefem Durchstieg oder dem  sogenannten Tiefeinsteiger („Easy-Boarding-Rahmen“), bei dem der Durchstieg vor dem Tretlager liegt und gerade einmal 15 bis 20 Zentimeter hoch ist. 

 

Rahmenhöhe: Der Sattel sollte so hoch eingestellt sein, dass Ihre Ferse bei durchgestrecktem Bein noch gut an die Pedale reicht, wenn sich diese in der tiefsten Position befindet. Beim Treten sollten die Knie jedoch nie durchstreckt sein, sondern stets leicht angewinkelt bleiben. Sonst kostet das Fahren mehr Kraft. Befinden sich die Pedale auf gleicher Höhe (eins vorne, eins hinten), sollte die Kniescheibe Ihres vorderen Beins in etwa über der Achse des Pedals liegen und das Schienbein senkrecht stehen. Der Fuß sollte dabei mit dem Ballen auf dem Pedal stehen.
 

Sitzposition: Eine aufrechte Sitzposition (wie beim Hollandrad) ist empfehlenswert, wenn Sie vor allem kurze Strecken fahren. So können Sie den Verkehr gut überblicken und belasten die Handgelenke nur wenig. Bei längeren Strecken belasten Sie in dieser Haltung jedoch Ihre Wirbelsäule zu stark. Für längere Wege oder höhere Geschwindigkeiten ist daher eine etwas geneigte Haltung (wie beim Trekkingrad) optimal. Dabei wird das Körpergewicht besser verteilt und die Wirbelsäule entlastet. Allerdings werden Handgelenke und Oberkörper (Nacken und Schultern) stärker belastet. Das erfordert etwas Gewöhnung.
 

Stadträder: Sie sind optimal für die alltäglichen Wege in der Stadt – wendig, bequem und sicher mit einer aufrechten Sitzposition zu fahren. Oft haben sie einen bequemen, tiefen Durchstieg.
 

Allrounder: Trekkingräder sind für längere Touren konzipiert, eignen sich aber auch für den Alltag. Die Sitzposition darauf ist normalerweise leicht gebeugt. Sattel und Lenker lassen sich jedoch in der Regel so verstellen, dass Sie mit diesem Fahrradtyp auch in aufrechterer Haltung fahren können.
 

Falträder: Für alle, die viel mit Bus und Bahn unterwegs sind oder auch im Urlaub auf ihr vertrautes Rad nicht verzichten möchten, bietet sich das Faltrad an. Es lässt sich mit wenigen Handgriffen auf ein handliches Packmaß zusammenfalten und ermöglicht somit die einfache Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Kofferraum. In einer Schutzhülle verpackt, lässt sich das zusammengeklappte Faltrad sogar im ICE und in anderen europäischen Hochgeschwindigkeitszügen mitnehmen. Von den Fahreigenschaften her stehen moderne Falträder „normalen“ Trekking- oder Cityrädern in nichts nach.
 

Gleichgewichtsprobleme: In diesem Fall empfiehlt sich ein Dreirad. Normalhohe Dreiräder sind aufgrund ihres Schwerpunktes nur für langsames Fahren geeignet. Sonst können sie in Kurven leicht kippen. Niedrige moderne Sessel- oder Liegedreiräder können hingegen schnell gefahren werden und sehen zudem trendig aus.
 

Kraft- oder Seheinschränkungen: Damit Sie nicht aufs Radfahren verzichten müssen, kann ein Tandem die Lösung sein. Diese gibt es auch als Sitz-Liege-Variante, bei welcher vorn ein Sesselsitz angebracht ist, der mehr Halt gibt.
  

Komfortabel:

niedriges Gewicht:  Müssen Sie Ihr Rad häufiger einige Stufen hinauf- oder hinuntertragen, gilt: weniger ist besser. Rahmen aus Stahl sind schwerer als Alurahmen. Anbauten – zum Beispiel Federungen – erhöhen ebenfalls das Gewicht. Heben Sie Räder im Geschäft probeweise ruhig an und tragen Sie sie ein Stück.
 

• bequemer, tiefer Einstieg:  Hierbei ist der Rahmen des Fahrrades zwischen Sattel und Lenker so weit heruntergezogen, dass Sie den Fuß nur wenig heben müssen, um auf- und abzusteigen.
 

• gut anpassbare Sitzposition: Achten Sie darauf, dass sich Höhe und Neigung von Sattel und Lenker gut verstellen lassen. So können sie Ihren jeweiligen Bedürfnissen einfach angepasst werden.
 

 bequemer (Gel-)Sattel: Der Sattel sollte nicht zu weich sein – das kann schnell unbequem werden. Wichtig ist, dass Sie gut sitzen. Testen Sie nach Möglichkeit ausgiebig vor dem Kauf. Bei manchen Fahrradhändlern kann man den Sattel einige Tage probefahren und gegebenenfalls umtauschen.
 

• Gepäcktransport: Möchten Sie das Rad z.B. für Einkaufsfahrten nutzen, dann brauchen Sie einen Gepäckträger und einen Fahrradkorb oder Fahrrad-Packtaschen. Darin lassen sich übrigens auch gut Picknickdecke und Leckereien für einen Ausflug ins Grüne unterbringen.
 

• Gangschaltung: Wer vor allem in der Stadt unterwegs ist und keine größeren Steigungen bewältigen muss, braucht maximal drei Gänge. In bergigen Gegenden dürfen es auch mehr sein. Es sollte immer ein Gang eingelegt sein, der leichtes Treten möglich macht, sonst belasten Sie Ihre Kniegelenke zu sehr. Eine Nabenschaltung ist besonders pflegeleicht und nahezu verschleißfrei. Sie lässt sich auch im Stand schalten.
 

wartungsarme Technik: Nabendynamos sind viel wartungsärmer und leichtgängiger als herkömmliche Seitenläufer-Dynamos und liefern auch bei Regen zuverlässig Strom. Sie sind in einer speziellen Nabe im Vorderrad eingebaut.
 

pannensichere Reifen: Speziell verstärkte Reifen verhindern, dass Scherben, Nägel und ähnliches den empfindlichen Fahrradschlauch zerstören.
 

ergonomische Lenker und Griffe: Fahrradlenker sollten gebogen sein, um die Handgelenke nicht zu überstrecken. Ergonomische Lenkergriffe sind so geformt, dass auf ihnen ein großer Teil der Handfläche aufliegt. Dadurch ermüden Ihre Handgelenke nicht so schnell. Multifunktionslenker  (aufgrund ihrer Form auch Brezellenker genannt) ermöglichen unterschiedliche Griffpositionen und können so ebenfalls die Handgelenke entlasten. An Trekkingrädern sind Multifunktionslenker die Regel. An die Enden von herkömmlichen Lenkern können Sie sogenannte Lenkerhörnchen montieren lassen, die gleichfalls verschiedene Griffhaltungen möglich machen.
 

Federung: Bei Rückenproblemen, aber auch bei schlechtem Zustand der Straße sind Federungen eine Wohltat. Vollgefederte Räder erfordern jedoch regelmäßige Pflege. Oft reicht schon eine gefederte Sattelstütze. Eine gute Dämpfung erreichen Sie auch durch breite, leichtlaufende Ballonreifen.
 

Wichtig: Nehmen Sie sich Zeit für den Fahrradkauf. Testen Sie die Räder, die für Sie in die engere Wahl kommen, ausgiebig. Lassen Sie sich gut beraten. Fahren Sie Probe! Gute Fahrradgeschäfte bieten dafür ausreichend Platz und Zeit. Achten Sie drauf, dass Ihr Fahrrad verkehrssicher ist.
 
Tipp: Gute Fahrradläden bieten einen umfassenden Service. Dazu gehört unter anderem ausführliche Beratung und die Möglichkeit, Ihr Fahrrad reparieren oder regelmäßig überprüfen zu lassen. Meist haben Sie auch die Möglichkeit, mithilfe von Druckluft Ihre Reifen kostenfrei aufzupumpen.
 

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