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Einkaufen auf dem Land: Der Supermarkt auf Rädern und die Rückkehr des Dorfladens

Tante-Emma-Laden
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Sie wohnen auf dem Lande und der nächste Supermarkt oder das nächste Einkaufszentrum auf der grünen Wiese liegen viele Kilometer entfernt? Da liegt es eigentlich nahe, das Auto für die Einkaufstour zu nutzen und sämtliche Einkäufe damit zu erledigen. Doch auch in ländlichen Regionen gibt es zunehmend Angebote, die es Ihnen ermöglichen, auch ohne teure, zeitraubende und klimaschädigende Autofahrten Ihre Einkäufe zu erledigen.
 

Rollende Läden

Eine Möglichkeit, vor Ort einzukaufen, sind Verkaufswagen, die die mobile Versorgung ländlicher Gebiete mit abdecken. Diese »rollenden Läden« haben in der Regel feste Zeiten, zu denen sie an einer zentralen Stelle im Ort stehen. Aus dem Wagen heraus werden zum Beispiel Frischwaren wie Fleisch, Gemüse oder Brot, aber auch Zeitungen, Konserven oder Haushaltswaren verkauft. Die Preise sind im Vergleich zum Supermarkt höher, allerdings machen die eingesparten Fahrt- und Betriebskosten für die Einkaufstour mit dem Pkw den Preisvorteil vielfach wieder wett. Als Verbraucher können Sie durch gezielte Nachfrage Einfluss auf das Warensortiment nehmen. 

Neben den rollenden Tante-Emma-Läden, die eine breite Warenpalette anbieten, gibt es in einigen ländlichen Regionen auch mobile Bibliotheken und selbst Amtsstuben auf Rädern: So ist unter anderem im Umland von Wittenberg (Sachsen-Anhalt) ein mobiles Bürgerbüro unterwegs. In der dünn besiedelten Uckermark (Brandenburg) gibt es sogar eine rollende Zahnarztpraxis, in Nordrhein-Westfalen mit dem »Rockmobil« eine rollende Musikschule samt Proberaum. Auch hier gilt: Eine höhere Nachfrage schafft ein größeres Angebot. Als mündiger Verbraucher haben Sie es in der Hand.
 

Eiszeit auf dem Lande

Das Angebot der rollenden Läden wird ergänzt durch Vertreiber von Tiefkühlkost, die Ihnen ihre Produkte direkt ins Haus liefern. Informationen über das mehrere hundert Artikeln umfassende Sortiment finden Sie in den kostenlosen Katalogen der Anbieter oder auf deren Internetseiten. Bestellen können Sie dann bequem per Telefon oder direkt online. Die Lieferung erfolgt, selbst bei Kleinmengen, zum vereinbarten Termin, bei Verfügbarkeit eines Lieferfahrzeugs teilweise auch zum nächsten Tag. In der Regel werden auch zuckerreduzierte, laktose- oder glutenfreie Lebensmittel angeboten.

Überregionale Anbieter: Die drei größten Vertreiber sind Bofrost, Eismann und Heimfrost.
 

Die Rückkehr der Dorfläden

Seit einigen Jahren gibt es den Trend, Dorfläden als Nachbarschaftsläden wieder aufleben zu lassen. Positiver Nebeneffekt für Sie: Weniger Fahrten zum weit entfernten Großmarkt bedeutet weniger Spritverbrauch und damit weniger Kosten, Schadstoffe und CO2. Das ist gut für Geldbeutel, Umwelt und Klima. Neu am Konzept der meisten Nachbarschaftsläden ist, dass die Läden neben Lebensmitteln und Waren des alltäglichen Bedarfs – von der Zahnbürste bis zur Tageszeitung – zusätzliche Dienstleistungen anbieten. Dazu gehören zum Beispiel eine Annahmestelle für Briefe und Pakete, eine Textilreinigung oder eine Café-Ecke für den gemütlichen Plausch am Nachmittag. Häufig werden solche Läden von engagierten Bürgern ins Leben gerufen, die sich zum Beispiel zu einer Genossenschaft zusammenschließen. Eine gute Möglichkeit also, sich vor Ort zu engagieren, nette Menschen kennenzulernen und ganz nebenbei auch noch etwas für den Klimaschutz zu tun.

Link-Tipp:
Das Modell DORV (Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung) - viele Informationen zu Nachbarschafts-Dorfläden und gute Beispiele
Leitfaden für Gründer und Betreiber von Nachbarschaftsläden in Rheinland-Pfalz (pdf-Datei, 552 KB)

Nachbarschaftshilfe

Wo es keine der oben genannten Möglichkeiten gibt, sich vor Ort mit den Waren des täglichen Bedarfs zu versorgen, kann nachbarschaftliche Unterstützung dazu beitragen, Autofahrten zu vermeiden und so Umwelt und Klima zu entlasten. Verabreden Sie sich zum Beispiel mit Ihren Nachbarn zur gemeinsamen Fahrt ins Einkaufszentrum. Der Vorteil für Sie: Die Benzinkosten werden geteilt. Der Vorteil für die Umwelt: Da nur ein Auto benutzt wird, entstehen weniger Schadstoffe und weniger klimaschädliches CO2. Oder fragen Sie bei Ihren Bekannten im Ort an, ob Sie ihnen etwas aus dem Supermarkt mitbringen können. Im Gegenzug bringen Ihre Nachbarn Ihnen dann zum Beispiel von ihrer nächsten Fahrt zum Baumarkt Waren mit, die Sie benötigen. Das erspart Zeit und ist gut für die Umwelt.
 

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