Klima verträglich mobil 60+

Auf drei Rädern gut unterwegs

ältere Frau auf einem Sessel-Dreirad unterhält sich mit älterem Mann, der auf einer Bank sitzt
Foto: Anna Fehmel / VCD

Fahrräder mit drei Rädern sind ideal für Menschen, die sich auf einem regulären Zweirad unsicher fühlen oder Probleme mit dem Gleichgewicht haben. Auch wer etwa nach einer Hüftoperation keinen Sturz riskieren darf, kann mit einem Dreirad weiterhin aktiv und selbstbestimmt mobil bleiben.

  

Im Gegensatz zum Zweirad ist beim Dreirad ein sicheres Aufsteigen ohne Balancieren oder mögliches Umfallen des Rades gewährleistet. Auch Stehenbleiben und sehr langsames Fahren sind – im Gegensatz zum herkömmlichen Fahrrad – problemlos möglich.

  

Die meisten Dreiräder haben ein Vorderrad und zwei Hinterräder. Es gibt jedoch auch Modelle, bei denen vorne zwei Räder sitzen und hinten eins. Dies kann den Vorteil haben, dass auch ungeübte Fahrer die Breite des Dreirades gut einschätzen und es besser durch Hindernisse (z.B. Poller) manövrieren können.

  

Viele Dreirad-Modelle gibt es mit Elektromotor, der beim Treten unterstützt. Dadurch ist es möglich, damit auch längere Strecken oder Steigungen ohne größere Anstrengung zu meistern.

  

Modell-Vielfalt

Klassisches Dreirad: Das klassische Dreirad, wie man es aus dem Reha-Bereich kennt, hat in der Regel ein Vorderrad und zwei Hinterräder. Gesessen wird zumeist auf einem herkömmlichen Fahrradsattel. Der Lenker ist ein Fahrradlenker. Aufgrund ihres hohen Schwerpunktes sind diese Räder allerdings nur für langsames Fahren geeignet. Sonst können sie in Kurven leicht kippen.

   

Sessel-Dreirad: Der bequeme, etwa stuhlhohe Sitz mit Rückenlehne macht das Sessel-Dreirad zu einem Gefährt für alle, die es komfortabel mögen. Aufgrund der im Vergleich zum klassischen »Reha-Dreirad« niedrigeren Sitzposition können Sie auch beim Halt entspannt sitzen bleiben. Der niedrigere Schwerpunkt führt zudem dazu, dass diese Dreiräder schneller gefahren werden können. Zusammen mit dem häufig am Chopper-Stil angelehnten Lenker sehen moderne Sessel-Dreiräder trendig aus und sind ein echter Hingucker. Es gibt auch Modelle, bei denen der Lenker unter dem Sitz und die Griffe rechts und links davon angebracht sind. Diese Lenkweise ist zwar gewöhnungsbedürftig, für ambitionierte Fahrer jedoch auch im Alter gut erlernbar.

  

Liege-Dreirad: Liege-Dreiräder sind – wie Liegeräder generell – noch immer vor allem etwas für Enthusiasten. Wie es der Name schon nahelegt, sitzt der Fahrer beim Liege-Dreirad in der Regel sehr tief: Zum Teil beträgt die Sitzhöhe gerade 20 Zentimeter, es gibt jedoch auch Modelle mit Sitzhöhen von bis zu 46 Zentimetern. Der Sitz verfügt über eine (häufig ergonomisch geformte) Rückenlehne. Getreten wird zumeist nach vorne-oben. Die Lenkung befindet sich unter dem Sitz. Aufgrund der geringen Höhe werden Liegeräder von anderen Verkehrsteilnehmern oft nicht gut wahrgenommen. Daher sollten sie in jedem Fall mit einem Fahrradwimpel ausgestattet werden.

  

Tipps zum Dreiradkauf

Probefahrten: Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein (Sessel-)Dreirad zu kaufen, sollte sich in jedem Fall ausführlich beraten lassen und ausgiebige Probefahrten machen. Ein Dreirad fährt sich ein wenig anders als ein Zweirad, daher ist eine gewisse Umgewöhnung nötig. So lehnt man sich zum Beispiel beim Kurvenfahren nicht in die Kurve (wie beim Fahrrad), sondern bleibt gerade sitzen bzw. lehnt sich in die entgegengesetzte Richtung.

  

Kostenübernahme: In bestimmten Fällen werden die Kosten für ein Dreirad von den Krankenkassen teilweise oder sogar ganz übernommen. Es gilt dann als Hilfsmittel. Darüber können kompetente Dreirad-Händler in der Regel Auskunft geben.

  

Abstellen: Ein Dreirad benötigt beim Abstellen mehr Platz als ein Zweirad. Ein herkömmlicher Fahrradständer ist dafür oft nicht geschaffen. Man kann es auch nicht einfach die Kellertreppe hinuntertragen. Bevor ein Dreirad angeschafft wird, sollten Sie daher überlegen, wo Sie es gut und sicher unterbringen können. Wer über ein eigenes Grundstück, einen Carport, einen Schuppen oder eine Garage verfügt, kann ein Dreirad in der Regel gut unterbringen. Bei Miethäusern gibt es mitunter die Möglichkeit, das Dreirad im Hof oder auf einer separaten, manchmal eingezäunten Fläche abzustellen. Wenn es an Ihrem Haus keine sichere, ebenerdige, ausgewiesene Abstellfläche gibt, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Vermieter bzw. der Hausverwaltung. Regen Sie an, eine Fläche für Fahr- und Dreiräder zu schaffen. Eine sogenannte Fahrradtrommel kann sowohl Fahrräder als auch Rollatoren, Kinderwagen oder eben Dreiräder sicher und gut zugänglich aufnehmen.

  

Link-Tipps:

◊ Das Kompetenz-Netzwerk Dreiradzentrum, ein Dreiradhändler-Netzwerk, informiert an bundesweit 30 Standorten über die wichtigsten Dreiradmodelle, die in den Läden auch für Probefahrten zur Verfügung stehen.

◊ Die VCD-E-Dreirad-Datenbank listet alle aktuell auf dem Markt erhältlichen Dreirad-Modelle mit Elektro-Unterstützung (E-Dreiräder) auf (sowohl klassische Dreiräder als auch Komfort-Dreiräder).

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