Klima verträglich mobil 60+

Autokauf – klimaverträglich und komfortabel

Landschaft mit Baum und Auto
Foto: uschi dreiucker / pixelio.de

In ländlichen Regionen, wo nur zweimal täglich ein Bus fährt und es kein Carsharing-Angebot gibt, ist es oft nicht möglich, auf den eigenen Pkw zu verzichten. Auch wer bestimmte Bewegungseinschränkungen hat und daher nicht mehr gut zu Fuß gehen oder Radfahren kann, ist oft auf das eigene Auto angewiesen. Dieses sollte möglichst sicher und komfortabel, aber auch sparsam sein, um Umwelt, Klima und Geldbeutel zu schonen.

Eine praktische Checkliste zum altersgerechten und klimabewussten Autokauf können Sie sich in der Rubrik »Ratgeber« herunterladen oder bestellen.

  

Klimaverträglich: Worauf achten?

• Spritsparend: Weniger Kraftstoffverbrauch bedeutet weniger klimaschädliches CO2 und weniger Schadstoffe. Achten Sie beim Kauf auf die Verbrauchs- und CO2-Angaben. Faustformel »100 - 110 - 120«: Ein Kleinwagen sollte nach Möglichkeit maximal 100 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, ein Auto der Kompakt- oder auch Golfklasse maximal 110 Gramm, ein Familienauto maximal 120 Gramm.
 

• Bedarfsgerecht: Orientieren Sie sich am alltäglichen Bedarf, nicht an Ausnahmesituationen. Je kleiner und geringer motorisiert das Auto ist, desto niedriger sind die Betriebskosten, aber auch Steuern und Versicherungen. Und wenn Sie ab und zu ein größeres Auto benötigen, können Sie sich jederzeit problemlos eines ausleihen.
   

Antriebsart: Sie fahren überwiegend im Stadtverkehr und nicht mehr als 15.000 Kilometer im Jahr? Dann sind Sie aus Umwelt- und Kostensicht mit einem Benziner gut beraten.
 
Auch ein Erdgasantrieb ist im Stadtverkehr eine echte Alternative. Zwar ist die Anschaffung des Autos teurer, aber die Kosten für Erdgas (CNG − Compressed Natural Gas) sind nur etwa halb so hoch wie für Benzin. Erdgas gilt derzeit als eine der besten Alternativen zu Benzin oder Diesel: Es entstehen bei der Verbrennung kaum gesundheitsschädliche Stickoxide und Rußpartikel. Auch beim CO2-Ausstoß schneidet Erdgas wesentlich besser ab. Und es ist gut verfügbar. In ländlichen Gegenden sollte man sich jedoch vorab über das vorhandene Tankstellennetz informieren.
 
Fahren mit Flüssiggas (LPG) belastet die Umwelt ähnlich wie Erdgas mit nur wenigen Schadstoffen. Beim CO2-Ausstoß ist LPG nur etwa 10 Prozent besser als Benzin. Der Preis pro Liter liegt etwa 30 bis 50 Prozent unter dem von Benzin. Allerdings ist die Energiedichte von LPG geringer, daher müssen für einen richtigen Vergleich auf den LPG-Preis noch einmal 20 Prozent draufgeschlagen werden. Das LPG-Tankstellennetz ist vor allem im ländlichen Bereich sehr gut ausgebaut.
  
Wenn Sie häufig Überlandstrecken fahren und mehr als 15.000 Kilometer im Jahr mit dem Auto unterwegs sind, sind Sie in der Regel mit einem Dieselfahrzeug gut beraten.
  
Wer viel in Ballungsgebieten oder in bergiger Umgebung unterwegs ist, für den kann ein Hybridauto eine Option sein. Hybridfahrzeuge haben einen Verbrennungs- und einen Elektromotor. Mit Hilfe von Bremsenergie und der beim Rollen wirkenden Schubkraft lädt das Hybridauto seine Batterie auf. Bei niedrigem Tempo fährt das Auto nur im Elektrobetrieb. Bei Beschleunigungsvorgängen unterstützt der Elektro- den Benzinmotor. Das spart viel Kraftstoff.
 

Entscheidungshilfen: Für die VCD Auto-Umweltliste bewerten die Autoexperten des VCD jährlich mehr als 400 aktuelle Pkw-Modelle nach Umweltkriterien. Die Liste kann beim VCD bestellt werden (Kosten: 5,90 Euro Bearbeitungs- und Versandkostenpauschale): VCD-Versandservice, Heinrich-Sommer-Straße 13, 59939 Olsberg, Fon (02962) 845 865, Fax (02962) 800 155, E-Mail bestellung(at)vcd.org

Link-Tipps:
◊ Einen Auto-Typentest und viele Informationen zum Autokauf finden Sie auf der Internetseite www.besser-autokaufen.de des VCD.
◊ Auf der Internetseite des VCD finden Sie die Punktbesten der jährlich erscheinenden VCD Auto-Umweltliste.

◊ Im Bereich »Ratgeber« dieser Internetseite finden Sie die Checkliste »Autokauf geplant? Tipps zum altersgerechten und klimabewussten Autokauf«.

Komfortabel: Worauf achten?

bequemer Einstieg: Große Türöffnungswinkel oder Schiebetüren erleichtern das Ein- und Aussteigen, insbesondere dann, wenn Sie Gehhilfen (zum Beispiel den Gehstock) zu verstauen haben. Der Sitz sollte eine bequeme Höhe haben. Richtwert: mindestens 55 Zentimeter, idealerweise 60 Zentimeter.

Sicht: Achten Sie darauf, dass Sie vom Fahrersitz aus einen guten Rundumblick haben. Die Scheiben sollten – auch am Heck – möglichst groß und nicht getönt sein. Auch eine hohe Sitzposition sorgt für eine gute Sicht auf die Straße.

Übersicht: Alle wichtigen Anzeigen sollten von Ihrer Fahrerposition aus problemlos abzulesen sein.

Ladekante: Eine niedrige Ladekante sorgt dafür, dass Sie schwere Gegenstände, zum Beispiel Getränkekisten oder Koffer, einfacher in den Kofferraum räumen können.

Fahrassistenten: Servolenkung, Automatik- oder Halbautomatikgetriebe, Einparkhilfen und andere Assistenzsysteme erleichtern die Autonutzung.

Zusatzkomfort: Elektrisch verstellbare Sitze und Außenspiegel lassen sich ohne Mühe an den jeweiligen Fahrer anpassen. Elektronische Türöffner für Heckklappe und die Autotüren lassen sich einfach per Knopfdruck betätigen. Schwenk- oder Drehsitze erleichtern das Ein- und Aussteigen vor allem für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.

Tipp: Oftmals ist es preisgünstiger, durch Umbauten – zum Beispiel einen höheren, komfortablen Sitz oder eine elektrische Aufstehhilfe – das vorhandene Auto bequemer zu gestalten, als sich ein neues und womöglich übermotorisiertes Fahrzeug zu kaufen. Erkundigen Sie sich in Ihrer Kfz-Werkstatt oder im Internet.

Gemeinsam für den Klimaschutz!

... mit der Politik

Bernd Sluka (Vorsitzender des VCD-Landesverbandes Bayern), Doris Wagner (MdB, Demografiepolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion) und Markus Ganserer (MdL, Mobilitätspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag)

... in Nürnberg

... in Berlin

Mitglieder des VCD-Arbeitskreises "Mobil bleiben" halten das Plakat mit dem Obama-Zitat in die Kamera.

... bei Aktionen

VCD-Aktive bei der Fahrradaktion der Datev