Klima verträglich mobil 60+

Die Anreise

Shuttleservice mit Kleinbus
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Urlaub – für viele Menschen steht das für kristallklares Wasser, grüne Wälder und unberührte Naturlandschaften. Gleichzeitig ist der Tourismus jedoch für viele Umweltschäden verantwortlich: Umweltzerstörung, Wasserknappheit, Müll, Schadstoffe aus Flugzeugen oder Autos. Umso wichtiger ist daher, auf die Umwelt- und Klimabilanz des eigenen Urlaubs zu achten. Denn wer sich an den Naturschönheiten erfreuen möchte, sollte auch dazu beitragen, sie zu erhalten. Entscheidend dafür ist schon die Anreise: Am klimafreundlichsten kommen Sie mit der Bahn, dem Bus und der Fähre an Ihren Urlaubsort. 

… mit der Bahn

Bahnfahren ist in der Regel schnell, sicher und bequem. Moderne Schnellzüge sind zudem vergleichsweise sparsam unterwegs und damit klimaschonend. Ein weiterer Vorteil gegenüber der Anreise mit dem eigenen Auto: Sie müssen nicht stundenlang hinterm Steuer sitzen und sich auf den Verkehr konzentrieren. Stattdessen können Sie bei einem frisch aufgebrühten Kaffee in einem guten Buch schmökern, schlafen oder sich beim Gang zum Bordrestaurant die Beine vertreten.

gut unterwegs: Hinweise und Tipps zur Reiseplanung,  zum Fahrkartenkauf und möglichen Vergünstigungen finden Sie im Bereich »Fernbahn« dieses Portals.

Reisen im Schlaf: Viele Ziele im europäischen Ausland lassen sich mit dem Nachtzug gut erreichen. Sie steigen abends in den Zug, machen es sich in Ihrem Abteil im Bett bequem und erwachen am nächsten Morgen an Ihrem Zielort. Nachtzug-Wagen gibt es in unterschiedlichen Komfort-Varianten – vom Großraumwagen mit Ruhesesseln über das Liegeabteil mit vier bis sechs Betten bis hin zum Schlafwagenabteil für eine, zwei oder vier Reisende. Jeder Wagen verfügt über Toiletten- und Waschräume auf dem Gang. Bei den komfortableren Schlafwagen-Klassen sind häufig zusätzlich kleine Bäder im Abteil selbst  integriert.

Shuttlebusse: Wenn Sie mit der Bahn anreisen und Ihre Unterkunft noch ein gutes Stück weit vom Bahnhof entfernt ist, bieten viele Hotelbetreiber an, Sie vom Bahnhof abzuholen. Ebenso bringt der Shuttlebus Sie am Ende Ihres Urlaubs wieder pünktlich zum Bahnhof. Erkundigen Sie sich vorab, ob es in Ihrem Hotel oder Ihrer Herberge solch einen Service gibt.

Gepäckservice: Wenn Sie Ihren sperrigen Koffer, die schwere Tasche mit den Wanderstiefeln oder die Skiausrüstung nicht im Zug oder Bus mitnehmen möchten, können Sie Ihr Gepäck in der Regel innerhalb Deutschlands auch an Ihre Urlaubsadresse schicken lassen. Sie können die Gepäckstücke in der Post-Filiale oder dem Hermes-Shop abgeben (Kosten: ab etwa 14 Euro) oder gegen einen Aufpreis ganz bequem an der Haustür abholen lassen. Der Versand von Gepäck, welches vorgegebene Standardmaße überschreitet (zum Beispiel Ski), kostet entsprechend mehr. Sogar Fahrräder können – entsprechend verpackt – an den Urlaubsort geschickt werden.

Tipp: Gute Beratung für Ihre Reise mit der Bahn finden Sie zum Beispiel bei den »Bahnprofis«, einem Zusammenschluss unabhängiger Bahnagenturen mit Standorten u.a. in Berlin, Altentreptow, Leipzig, Sonneberg, Sulzbach-Rosenberg und Fürstenfeldbruck. Hier erhalten Sie sehr sachkundige und individuelle Beratung – auch zu ungewöhnlichen Reisezielen – und oft erstaunlich günstige Tickets. Insbesondere für Reisen ins Ausland – vor allem nach Osteuropa – sind die »Bahnprofis« ein echter Geheimtipp (Internetadresse siehe unten).

Link-Tipps:
Gepäckservice der Deutschen Bahn AG (DB)
Gepäck verschicken mit der Deutschen Post (DHL)
Gepäck verschicken mit dem Hermes-Versand
Internetseite der unabhängigen Bahnagenturen »Die Bahnprofis«
Zügig durch Europa – die wichtigsten Bahn-, Bus- und Fährverbindungen europaweit mit Hinweisen zu Fahrkarten, Reisezeiten, der Mobilität vor Ort und vielem mehr

… mit dem Bus

Fernlinienbusse und Reisebusse bringen Sie in der Regel günstig, klimafreundlich und ohne Umsteigen an Ihr Ziel. Während Fernlinienbusse Sie einfach von A nach B fahren, handelt es sich bei Busreisen, die von Reiseveranstaltern angeboten werden, meist um Pauschalreisen – inklusive Hotelunterbringung.

Ausstattung: Sowohl moderne Fernlinienbusse als auch Reisebusse sind vielfach mit einer Klimaanlage, verstellbaren Sitzen und einer Bord-Toilette ausgestattet. Viele Reisebusse verfügen zudem über eine Tee- und Kaffeeküche und halten eine kleine Auswahl an Snacks für die Fahrgäste bereit. Gütezeichen wie »RAL Buskomfort« geben Hinweise auf die Qualität der Rückenlehnen, die Beinfreiheit und die Serviceeinrichtungen an Bord.

Nachtfahrten: Häufig fahren Fernlinien- und Reisebusse zu Zielen im Ausland über Nacht.  Nehmen Sie sich Ohrenstöpsel und eine Schlafbrille mit, damit Sie unterwegs besser schlafen können. Auch ein Nackenkissen leistet gute Dienste. Es gibt Exemplare zum Aufpusten, die sogar in der Handtasche Platz finden.

Fahrradmitnahme: In manchen Fernbussen können Sie in speziellen Anhängern sogar Ihr Fahrrad oder ein Kanu mitnehmen.

gut unterwegs mit dem Fernlinienbus: Hinweise und Tipps zur Reiseplanung,  zum Fahrkartenkauf und möglichen Vergünstigungen beim Fernlinienbus finden Sie im entsprechenden Bereich dieses Portals.
 

… mit dem Auto

Fast die Hälfte der klimaschädlichen Treibhausgase, die ein Auto verursacht, entsteht im Urlaubs- und Freizeitverkehr. Wenn Sie ohne Ihr Auto in den Urlaub fahren, ersparen Sie sich selbst Stress und Stau auf der Autobahn und dem Klima viel CO2. Doch manchmal ist es nicht möglich, das Auto stehenzulassen, zum Beispiel, weil das Reiseziel anders nicht erreicht werden kann.

Vorbereitung: Meiden Sie nach Möglichkeit Hauptreisezeiten zu Beginn oder am Ende von Schulferien. Ebenso sollten Sie, soweit dies möglich ist, nicht an Wochenenden oder während des Berufsverkehrs in den Morgenstunden und am Abend an- bzw. abreisen.  Informieren Sie sich genau über Ihre Reisestrecke und mögliche Umleitungen oder Sperrungen. Planen Sie regelmäßige Pausen an Rasthöfen ein.

Ballast minimieren: Entrümpeln Sie Kofferraum und Rückbank, bevor Sie Ihr Gepäck einladen, denn jedes zusätzliche Kilogramm kostet Sprit. Denken Sie auch daran, den Dachgepäckträger zu entfernen, wenn Sie ihn nicht mehr benötigen – zum Beispiel, wenn Sie vor Ort mit Ihrem Auto unterwegs sind.

Geschwindigkeit begrenzen: Bei einer Geschwindigkeit über 100 km/h steigt der Spritverbrauch und damit auch Ausstoß von Schadstoffen und klimaschädlichem CO2 überproportional an. Fahren Sie auf Landstraßen maximal 80 km/h, auf Autobahnen maximal 120 km/h. Lassen Sie sich von Rasern nicht verunsichern.

Motor aus im Stau: Wenn Sie absehen können, dass Sie bei stockendem Verkehr oder an einem Bahnübergang länger als zehn Sekunden stehen, lohnt es sich, den Motor abzustellen. Beim anschließenden Motorstart kein Gas geben, sondern ruhig anfahren.
  

… mit dem Flugzeug

Fliegen ist die klimaschädlichste Art, sich fortzubewegen. Ein Flug von Deutschland auf die Kanaren und zurück verursacht genauso viele Treibhausgase, wie ein ganzes Jahr lang Autofahren. Versuchen Sie, möglichst selten ins Flugzeug zu steigen und stattdessen Alternativen zu nutzen.

Kurzstrecken meiden: Nutzen Sie für Strecken, die kürzer als 1.000 Kilometer sind, die wesentlich klimaverträglichere Bahn oder den Fernbus. Für längere Strecken ins europäische Ausland sind Nachtzüge oft eine gute Alternative zum Flugzeug.

seltener, aber länger vor Ort: Manche Ziele lassen sich ohne Flugzeug nur beschwerlich oder gar nicht erreichen. Machen Sie es sich in diesem Fall zum Grundsatz, nicht mehrfach für kurze Zeit an diesen Ort zu fliegen. Verbinden Sie den langen Flug stattdessen mit einem längeren Aufenthalt, um Ihr Traumziel ausgiebig zu erkunden. So ersparen Sie dem Klima mehrere Flugreisen.

kompensieren: Sie können den CO2-Ausstoß Ihrer Flugreise finanziell ausgleichen. Dabei wird das Geld in Klimaschutzprojekte investiert, welche die durch den Flug verursachte Menge an CO2 in gleicher Höhe kompensieren. Der bekannteste Anbieter mit höchsten Qualitätsstandards ist atmosfair. Weitere seriöse Anbieter sind zum Beispiel greenmiles und myclimate. Achten Sie auf den »Gold-Standard« – das bedeutet, dass die Anbieter Projekte unterstützen, die von den Vereinten Nationen anerkannt werden.

Tipp: Als Reisende haben Sie Rechte, zum Beispiel dann, wenn Ihr Zug, Bus oder Flugzeug  Verspätung hat oder ausfällt. Die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) bietet auf ihrer Internetseite viele Hinweise zu Ihren Fahrgastrechten. Richten Sie Ihre schriftliche Beschwerde zunächst an das betreffende Verkehrsunternehmen. Kann keine Einigung erzielt werden, wenden Sie sich an die SÖP, die zwischen Ihnen und dem Verkehrsunternehmen vermittelt (Internetadresse siehe unten).

Link-Tipp:
◊ Kompensationsanbieter »atmosfair«
◊ Kompensationsanbieter »myclimate«
◊ Kompensationsanbieter »greenmiles«
Internetseite der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP)

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